Eine Nacht, die alles andere als still war

Veröffentlicht am 26. Januar 2026 um 18:18

Das Restaurant Weiherhof ist für die VSG ungefähr das, was der Rhein für Basel ist: Heimat, Treffpunkt und ein bisschen auch Bühne. Hier pulsiert das Vereinsleben – von der Vorstandssitzung bis zur Väärsli-Börse, vom Bangg-Check bis zum Fasnachts-Lunch, vom Jahresrückblick bis zum obligaten Weihnachtsfest. Wenn die VSG irgendwo zuhause ist, dann genau hier zwischen Basel und Allschwil, wo vor 120 Jahren die Vorstadt-Schnitzelbank-Gesellschaft aus der Taufe gehoben wurde.

Am 12. Dezember 2025 war es wieder soweit: Weihnachtsessen im Weiherhof! Die Einladung war klar – jede Person bringt ein Geschenk mit. Preisobergrenze: 5 Franken. Erwartungsobergrenze: nicht vorhanden. Fast 30 VSG-Mitglieder trudelten ein, voller Vorfreude auf Essen, Geschichten und vermutlich auch die eine oder andere Überraschung aus der Geschenke-Wundertüte.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Das wird kein besinnlicher Adventsabend, sondern eher eine Art famoser Vorweihnachts-Cortège. Laut, lebendig, voller Anekdoten, spontaner Verse und diesem typischen VSG-Durcheinander, das man nur dann versteht, wenn man mittendrin sitzt.

Nach einer feinen Vorspeise hörten alle die Glocke läuten. Der Santiglaus in Begleitung des Schmutzli betrat das Sääli mit einem gefüllten Sack. Darin keine Nüsse und Birnen, sondern die wunderschönen neuen Jubiläums-Blaggedde. Traumhaft! Traumhaft ging es auch weiter. Das Fondue Chinoise à la Spillmann startete – reichhaltig, hervorragend, und definitiv nichts für Menschen mit kleinen Mägen oder Diätplan. Wer vorher dachte, er hätte noch Platz für Dessert, revidierte diese Einschätzung spätestens nach Teller Nummer drei. Dann kam das Dessert trotzdem. Und ja – es wurde weggeputzt. Natürlich. Ein Tiramisu (hausgemacht) lässt man ebenso wenig links liegen wie eine Fasnachtsbeiz, die auf einen Schnitzelbänggler wartet! Dann begann der Teil des Abends, auf den alle insgeheim gewartet hatten: Geschenke-Zirkus!

Die fünf-Franken-Schätze wechselten blind ihre Besitzer und sorgten für alles zwischen hochgezogener Augenbraue und schallendem Gelächter. Manch einer ging mit einem Geschenk nach Hause, von dem man nur sagen kann: Einzigartig. Im weitesten Sinn.

Aus dem geplanten ruhigen Einstimmen auf die „stillen Nächte“ wurde – wie zu erwarten – eine ordentlich laute Nacht. Das Sääli füllte sich mit Stimmen, Gelächter und diesem warmen Gefühl, das entsteht, wenn Menschen sich wirklich mögen.

Und als draussen längst das letzte Tram Richtung Stadt abgerollt war, hörte man aus dem Weiherhof noch immer das fröhliche Nachhallen einer Gesellschaft, die weiss, wie man feiert.